Betty Hensel
Das Lächeln am Fuße der Leiter

 

SZENE 12

       
 


1H

Nach dem Roman DAS LÄCHELN AM FUßE DER LEITER von Henry Miller

Interessensbekundung durch Rowohlt Theaterverlag, Reinbek bei Hamburg

 

AUGUST  macht sich auf den Weg zu Antoines Wagen, führt Selbstgespräche:
"Antoine hat sich immer gewünscht, berühmt zu sein, jetzt ist er berühmt! Antoine wird Antoine sein und noch mehr! Ein kleiner Zufall zur rechten Zeit ist alles, was man braucht, ein kleiner Dreh des Schicksals und die Sache ist geritzt. Es ist weder Betrug noch Diebstahl an Antoine, es ist nur ein kleiner Stoß, den ich ihm gebe. Freude ist wie ein Strom, sie fließt ohne Unterlass. Das ist die Botschaft, die der Clown zu überbringen versucht, dass wir teilhaben am unaufhörlichen Fluss der endlosen Bewegtheit, dass wir nicht anhalten sollen, um zu vergleichen, zu besitzen, sondern fließen immerfort, ohne Ende, wie Musik.

 

 

Wie ein Kind sieht der Clown alles zum ersten Mal. Sein Blick ist durch keinen wertenden Gedanken eingetrübt, fassungsloses Staunen. Er sucht die Wahrheit…"

August hält inne und starrt entsetzt in das Gesicht des Zirkusdirektors:

AUGUST  "Aber wann ist es geschehen?"

ZIRKUSD.  "Vor ein paar Minuten. Ganz plötzlich. In meinen Armen."

AUGUST  "Ich verstehe nicht. Was hat ihn getötet? Sein Zustand war doch gar nicht so schlecht vergangene Nacht, als ich mit ihm sprach!"

ZIRKUSD.  "Das ist es ja gerade!"